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Kriminelle Masche mit Flüchtlingsunterkünften: Behörden wissen nichts vom Betrug
20.01.2020

Flüchtlingsunterkünfte werden von den Geflüchteten offensichtlich nicht nur fürs Wohnen genutzt. Ein brisanter Fall, der in Hamburg gerade für die Aufregung sorgt, wurde vom FDP-Lokalpolitiker Cetin Akbulut (47) und Bezirks-Fraktionschefin Sonja Jacobsen (47) im Sozialausschuss aufgedeckt. Es liegt der Verdacht nahe, dass Flüchtlinge ihnen zur Verfügung gestellte Unterkunftsräume illegal vermieten.

 

Es läuft folgendermaßen ab. Ein rechtmäßiger Mieter findet eine andere Wohngelegenheit z.B. bei Freunden oder Bekannten und lässt seinen Unterkunftsraum über einen Mittelsmann an Dritte vermieten. Ein Zeuge, der auch selbst illegal ein Zimmer mietete, berichtete der Bild-Zeitung: „Es gibt eine Telefonnummer, die kann man durch Rumfragen leicht bekommen. Da erreicht man einen Mittelsmann, der Wohnungen oder Zimmer vermittelt.“ Wie bei jeder normalen Vermietung findet auch eine Besichtigung statt und wenn das Zimmer dem Interessenten gefällt, wird zwischen 300 und 500 Euro im Voraus bezahlt. Der legale Bewohner kassiert dementsprechend seine Provision.

 

Die Gefahr für die illegalen Bewohner, erwischt zu werden, ist äußerst gering. Die Unterkünfte werden von Betreibern mit einer vor drei Tagen erfolgten Ankündigung kontrolliert. Diese kriminelle Masche ist unter Flüchtlingen übrigens bestens bekannt. Das bestätigte auch Cetin Akbulut: „In meinem Bekanntenkreis, zu dem viele Flüchtlinge gehören, ist es ein offenes Geheimnis.“ Nur die Sozialbehörden scheinen, gar nicht im Thema zu sein. „Wir prüfen das. Illegale Vermietung wäre ein Fall für die Polizei. Von strukturellem Missbrauch haben wir keine Kenntnis“, sagte ein Sprecher dazu.

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