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Merkel-Bemerkung: EU-Finanzminister kommt?
14.07.2017

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron verstehen sich blendend, wie auch ihr Treffen am Donnerstag bewies. Dabei machte Merkel eine Bemerkung, die ganz Europa grundlegend verändern könnte.
 
Bei ihrem Zusammentreffen in Paris verkündeten Merkel und Macron eine „engere Zusammenarbeit“. Der französische Staatspräsident erklärte, dass Deutschland und Frankreich gemeinsam gegen jede Art von Protektionismus und Dumping stünden. Zudem soll es auch eine engere Zusammenarbeit bei den Themen Klimaschutz, Digitalisierung und Bildung geben. Auch Angela Merkel machte deutlich, bei welchen Projekten beide Länder in Zukunft stärker kooperieren wollen, etwa bei der militärischen Ausrüstung, der Digitalwirtschaft sowie bei der Unterstützung für Afrika. Auch eine deutsch-französische Unternehmenssteuerreform müsse erörtert werden, so die Bundeskanzlerin.
 
Als der Plan für einen gemeinsamen EU-Finanzminister angesprochen wird, sorgt Merkel mit ihrer Bemerkung für Aufsehen: „Darüber können wir gerne reden“, erklärte die Kanzlerin beinahe lapidar. Bislang hielt sich die Bundesregierung in dieser Frage eher zurück. Macron hatte sich schon 2015, damals noch als Wirtschaftsminister, für einen Finanzminister der Eurozone eingesetzt, der zudem ein eigenes Budget bekommen soll. Die Bundesregierung hielt dieses Projekt bislang für zu zeitaufwendig, weil es die Zustimmung aller EU-Staaten erfordern würde und dafür viele Verhandlungen nötig würden.  

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