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Nach 30 Jahren Haft: US-Justiz begnadigt den deutschen Diplomatensohn
27.11.2019

Nach mehr als 30 Jahren in einem US-Gefängnis darf der Sohn des deutschen Diplomaten zurück in die Heimat kehren. Die US-amerikanische Justiz hält Jens Söring immer noch für einen Mörder, obwohl die Beweislast äußerst fragil ist. Nach zahlreichen gescheiterten Revisions- und Berufungsanträge und einem Selbstmordversuch, ist der für Begnadigungen zuständige Bewährungsausschuss zu dem verspäteten Schluss gekommen, den 53-jährigen Deutschen nach Deutschland abzuschieben. 

Der damals 18-jährige Sohn des deutschen Vizekonsuls war wegen Doppelmordes an den Eltern seiner Freundin Liz Haysom zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der junge Mann habe die Morde gestanden, um die „wahre Täterin zu schützen“, die nach Sörings Darstellung seine Freundin sein sollte. Er hoffte, dass er als Sohn eines hochrangigen Diplomaten in Deutschland die Strafe verbüßen würde. Seinen Erwartungen zuwider wurde er in Großbritannien festgenommen und nach einem langen Prozess in die USA ausgeliefert. 


Es gibt viele Hinweise dafür, dass seine Darstellung der Ereignisse wahr ist. Keine der am Tatort sichergestellten DNA-Proben stimmen mit seinem DNA überein. Es gibt ein FBI-Täterprofil, aus dem hervorgeht, dass der Mord eher von einer Täterin begangen haben soll, die eine enge Beziehung zu den Opfern hätte. Das FBI-Profil wurde nicht aktenkundig gemacht. Die US-Justiz will keine Fehler einräumen. Söring kann sich nun lediglich auf seine baldige Rückkehr nach Deutschland als freier Mensch freuen.

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