Politik
SS studio photography/Shutterstock.com
Nach Flugzeugabsturz: Iran räumt Fehler ein, Fragen bleiben
13.01.2020

Am vergangenen Mittwoch stürzte die ukrainische Boeing 737 rund sechs Minuten nach dem Start vom Imam Khomeini International Airport in Teheran ab. 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Mittlerweile räumte die iranische Armee ein, die Passagiermaschine für ein "feindliches Flugzeug" gehalten zu haben - es handele sich um "menschliches Versagen".Trotz diesem Geständnis machen einige Fakten stützig: Unmittelbar vor der ukrainischen Boeing starteten auch acht andere Passagierflugzeuge vom Imam Khomeini International Airport.

 

Wieso wurde der Flugverkehr am 8. Januar weder von der iranischen Seite, noch von den Herkunftsländern der Airlines stillgelegt, ist im Moment unklar. Sowohl die Passagiermaschinen von Lufthansa nach Frankfurt, von Austrian Airlines nach Wien, als auch Flieger von Aeroflot, Atlasglobal von Turkish Airlines und Qatar Airways flogen vom Khomeini International Airport an diesem Morgen ab. Auch nachdem die Boeing 737-800 abstürzte, nahm der Betrieb am Flughafen innerhalb weniger Stunden seinen Lauf wieder. Eine Erklärung dazu, die allerdings sehr nach einer Ausrede klingt, gab Brigadegeneral Amir-Ali Hajizadeh am Samstag bei einer Pressekonferenz: Die Luftwaffe der Iranischen Revolutionsgarde forderte zwar die Unterbrechung des Luftverkehrs, entschloss sich das iranische Militär, diese Forderung zu ignorieren.

 

Laut Hajizadeh wurde es mit Gegenschlägen der USA gerechnet, deshalb sei die ukrainische Boeing 737 fälschlicherweise für einen amerikanischen Marschflugkörper gehalten worden. Auch ein Kommunikationsproblem soll es mit dem Mann am Auslöser gegeben, der daraufhin in zehn Sekunden die Entscheidung alleine treffen musste. Im Übrigen sei der Absturz die Folge eines "menschlichen Fehlers in Krisenzeiten, verursacht durch die US-Abenteuerpolitik", fügte er hinzu. So schnell wurden auch schon die Verantwortlichen für die Tragödie gefunden. Die Ukraine forderte von Teheran jedoch eine "volle und offene Untersuchung“. 

Tweet