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Nordkorea-Konflikt: Eine Millionen für Kims Handynummer
11.08.2017

Der Nordkoreakonflikt hat längst die höchste diplomatische Eskalationsstufe erreicht. Das Schlimme daran: Kein Land könnte Kim Jong-un im Falle eines Missverständnisses für ein klärendes Gespräch erreichen. Der nordkoreanische Diktator hat alle Kommunikations-Verbindungen gekappt.
 
In der Kubakrise stand die Welt schon einmal am Rande eines Atomkrieges. Danach beschlossen die USA und die Sowjetunion die Einrichtung eines sogenannten Roten Telefons, mit denen die Machthaber im Krisenfall direkt kommunizieren können. So eine Hotline gibt es zwischen den USA und Nordkorea nicht. Das könnte fatal sein, warnen Experten, da bereits falsche Annahmen oder Missverständnisse einen Atomschlag auslösen könnten, wie etwa das erneute Testen einer Rakete vonseiten Nordkoreas. Derzeit drohen beide Seiten mit militärischen Maßnahmen, obwohl wohl weder die USA noch Nordkorea wirklich einen Krieg wollen.
 
Auch zwischen Nord- und Südkorea besteht keine Kommunikationsverbindung mehr. Bereits 2013 kappte das Regime in Pjöngjang die Krisen-Hotline. Nur über die Vereinten Nationen oder die Botschaft in Peking und einem Militärstützpunkt in Panmunjeom ist ein Kontakt mit Nordkorea möglich. „Wir haben einige Ad-hoc- und analoge Kommunikationswege mit Nordkorea, aber wir haben nichts, was sich bewährt hat und was im Fall einer Krise funktionieren würde“, erklärt Jon Wolfsthal, der ein wichtiger Berater für den ehemaligen Präsidenten Obama war. Auch Botschaften im jeweils anderen Land unterhalten die USA und Nordkorea nicht.
Dass Trump den Konflikt auf Twitter weiter befeuert, hält Joseph Cirincione, Präsident der Rüstungskontrollgruppe Ploughshares Fund, für keine gute Idee: „Du kannst diese Krise nicht mit Tweets und öffentlichen Statements lösen.“

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