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Organspende: Teenager erwacht einen Tag vor geplanter Transplantation
10.09.2018

Die Ärzte können sich diesen Fall nicht erklären. Für die Eltern des 13-jährigen hirntoten Patienten ist es ein Wunder. Und für Votum 24 ist es ein Grund, die geplanten Änderungen zur Organspende noch einmal kritisch zu hinterfragen.
 
Der 13-jährige Trenton McKinley aus dem US-Bundesstaat Alabama galt als hirntot. Seine Organe sollten gespendet werden. Doch einen Tag nachdem seine Eltern ihre Zustimmung zur Transplantation gegeben haben, wachte er plötzlich auf. Wenn die Organspende automatisch vollzogen würde, wie es nun der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert, hätte der Teenager keine Chance gehabt, zurück ins Leben zu kommen. Theoretisch ist es durchaus möglich, dass Patienten auch nach dem diagnostizierten Hirntod lebendig bleiben. Mit dieser Art von „Leben" wird aber eine Art „Pflanzenleben“ gemeint. Trenton aber ist bei vollem Bewusstsein.
 
Die Rehabilitation wird noch lange dauern. Ein gutes Zeichen ist, dass der Teenager über seinen Zustand scherzen kann: „Kein Geschirrabwasch mehr für mich!“ Dieser Fall wirft wieder viele Fragen über den Hirntod und die Organspende auf. Die Transplantation ist natürlich ganz wichtig. Es scheint allerdings, dass wir noch zu wenig Wissen über den Tod und dessen Grenzzustände haben.

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