Politik
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Pannen bei Regierungsfliegern: Zufall oder Sabotage?
12.06.2019

So viele Pannen bei den Regierungsfliegern gab es noch nie. Im Mai nahm der Luftwaffeninspekteur Gerhartz seine Stellung dazu. Es hieß, dass die recht kleine Flotte teilweise schon 20 Jahre alt sei und wurde oft zu den Flughäfen mit viel Staub und Sand wie in Afrika geflogen. Mag sein, nur die Häufigkeit und die Art der Pannen wecken bei Bundesregierung, Bundeswehr und Verfassungsschutz einen Verdacht der Sabotage oder Cyberattacken auf.


 
Lassen wir die Ereignisse Revue passieren. Im Juni 2018 hat der Airbus des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) ein Hydraulikschaden. Im Oktober musste Olaf Scholz (SPD) auf eine Ersatzmaschine umsteigen, weil die Nageltiere ein Kabel der „Konrad Adenauer“ fraßen. Im November wurde die Reise des Bundespräsidenten wegen Triebwerkschaden beeinträchtigt. 29. November 2018 musste der Airbus mit Angela Merkel (CDU) am Board, die zu dem G20-Gipfel nach Argentinien flog, umkehren. Es sind Strom der Bordtechnik, das Funksystem und deren Ersatz ausgefallen. Beim Anflug öffnete sich die Klappe des Tanks nicht und die Maschine landete mit circa 80 Tonnen Kerosin. Wie das ausgehen könnte, zeigte die jüngste Katastrophe am Flughafen Scheremetjewo in Moskau. Im Mai 2019 rammte ein führerloses Fahrzeug die Regierungsmaschine der Kanzlerin.


 
Im Januar 2019 scheiterten gleich zwei Reisen vom Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) wegen technischer Probleme an Flugzeugen. Im April platzten bei dem „Konrad Adenauer“ sogar zwei Reifen, obwohl die Maschine frisch aus der Wartung kam. Ob diese Pannenserie zumindest teilweise einer Cyberattacke oder Manipulationen bei der Flugzeugwartung zu verdanken ist, muss noch geprüft werden. Bei der Bundeswehr heißt es, dass das komplette Qualitätsmanagement von Lufthansa jetzt auf den Prüfstand komme. Allerdings das an den Flugzeugen arbeitete Personal wird von Bundesbehörden nicht lückenlos überprüft. Nur die Angehörigen der Bundeswehr unterliegen „regelmäßig wiederkehrenden militärischen Sicherheitsüberprüfungen.“
 
 

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