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Pechvogel Rösler: DAS wurde aus dem einstiegen FDP-Hoffnungsträger
11.01.2018

Philipp Rösler galt als Hoffnungsträger der FDP. Jung, zielstrebig und mit einem naiven Gesichtsausdruck hat er eine atemberaubende politische Karriere gemacht. Gesundheitsminister, Wirtschaftsminister, FDP-Chef und Vizekanzler – diese Spitzenämter hatte er bekleidet, bevor er 40 war. 2013 ging seine Karriere plötzlich bergab. Fast fünf Jahre hat man von dem inzwischen 45-jährigen Politiker nichts gehört. Was macht er eigentlich?
 
2013 erreichte die FDP unter Röslers Führung den historischen Tiefpunkt und war aus dem Bundestag raus. Die Politik ist hart. Der einstige Hoffnungsträger wurde schnell zum Sündenbock erklärt. Er konnte sich in seiner Partei nicht mehr wiederfinden. Vor dem Abgrund hat ihn der dubiöse chinesische Konzern HNA gerettet. Wie das Unternehmen sich finanziert, ist unklar. An der Spitze des Unternehmens stehe eine Stiftung namens Hainan Cihang Foundation. „Wer diese kontrolliert, lässt sich nicht herausfinden“, sagt Klaus Meyer, Professor an der China Europe International Business School in Shanghai.
 
Rösler hat eine bescheidene Stelle als Leiter der gemeinnützigen Stiftung des Unternehmens bekommen. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in Betreuung von Flüchtlingslagern. Ist er mit seiner jetzigen Tätigkeit zufrieden? „Als jemand, der als Kind in einem Waisenhaus in Vietnam aufwuchs, jetzt diese Arbeit übernehmen zu können - das ist schon was“, sagt Rösler. Seine ausweichende Antwort deutet darauf hin, dass diese Tätigkeit bestimmt kein Traumjob ist.

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