Politik
shutterstock.com
Privat-Jet für Oberbürgermeister: Der Zweck heiligt die Mittel?
19.02.2020

Der Düsseldorfer OB Thomas Geisel (SPD) handelt sehr umweltbewusst. Aber nur dann, wenn es die andere betrifft. Für sich selbst nimmt er die Freiheit, nach einer Ausnahme zu suchen. Die von ihm eingerichtete Umweltspur macht den Düsseldorfern zu schaffen – Geisel darf sie mit seiner wenig umweltfreundlichen Karosse trotzdem befahren. Er hat ja Termine. Um rechtzeitig im Düsseldorfer Schauspielhaus seien zu können, charterte der OB sogar einen Privat-Jet für sagenhafte 6960 Euro.
 
Überraschend vergab Prinz Harry das paraolympische Sportfest für die im Krieg verwundeten Soldaten „Invictus-Games“ an Düsseldorf. Und wenn der Buckingham-Palast ruft, muss man hin. Am gleichen Tag feierte aber das Düsseldorfer Schauspielhaus seinen 50-jährigen Geburtstag. Da sollte Geisel eine Rede halten. Um beide Termine wahrnehmen zu können, verprasste Geisel rund 7000 Euro vom Steuergeld und mietete für sich und seine drei städtischen Begleiter einen viersitzigen Privat-Jet „Cessna Citation Mustang“.
 
Rik Steinheuer (44), Chef des Bundes der Steuerzahler in Düsseldorf machte seinem Ärger Luft: „So etwas geht gar nicht. Jeder hätte es doch verstanden, dass bei so einem Termindruck ein Vertreter des Oberbürgermeisters abends die Rede im Schauspielhaus gehalten hätte.“ Geisel findet natürlich immer eine Ausrede für sich und merkt dabei nicht, wie weit sie von der Realität abweichen. „Wer mich kennt, weiß, dass mir Statussymbole schnurz sind. Es war das erste Mal, dass ich einen Privat-Jet genommen habe. Es waren zwei sehr bedeutende Termine. Ich hätte es unangemessen gefunden, mich vertreten zu lassen. Weil sich die Termine in London immer weiter verschoben, war es per Linienflug nicht zu schaffen“, verteidigte sich OB Geisel.

Tweet