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Russland-Hass im deutschen Fernsehen: Wer steckt dahinter?
04.07.2018

Im antiutopischen Roman von George Orwell „1984“ gab es ein tagtägliches Ritual namens Zwei-Minuten-Hass, bei dem die Einwohner des totalitären Staates Ozeanien sich kurze Filme über die Staatsfeinde ansehen mussten. Ganz nach diesem Muster strahlen deutsche öffentlich-rechtliche Sender „Hass-Clips“ über Russland aus.
 
Berichte über eingeschüchterte Homosexuelle, geknechtete Schwarzarbeiter und unterdrückte Oppositionelle vermengen sich mit Warnungen an Touristen, was sie auf russischen Straßen nicht machen dürfen. Die Gefahren lauern überall. Tückische russische Frauen wollen nur eins: Einen Deutschen zu heiraten, um das EU-Visum zu bekommen. Die russische Polizei bestrafft alles, selbst ein Lächeln und glücklichen Gesichtsausdruck. Dieser „Minuten-Hass“ wurde inzwischen auch zu einem Ritual. Selbst wenn alle Themen bereits erschöpft sind, finden die Moderatoren den Ausweg. Zum Beispiel kann man nach Kiew fahren, um zu zeigen, wie in der ukrainischen Hauptstadt das Spiel Russland-Spanien kommentiert wird.
 
„Die russische Mannschaft hat es in die Viertelfinale geschafft. Wir wünschen ihr alles Pech der Welt!", sagt ein Ukrainer für den voreingenommen ZDF-Bericht mit dem Titel „Die Ukraine quält sich mit der WM“. Selbstverständlich wird nur die ukrainische Interpretation des territorialen Konflikts mit Russland erläutert. Dass es auch eine alternative Version der Geschehnisse gibt, interessiert die deutschen Journalisten nicht. Hauptsache ist es, dass die Schwarzmalerei ununterbrochen fortgesetzt wird.

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