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Prostitution zum Nulltarif: Sexualstaftäter bekommen Scheine für Bordell-Besuch
19.02.2020

Eine neue Art, Sexualstraftäter zu therapieren, erfand die LWL-Klinik im westfälischen Lippstadt-Eickelborn. Die Idee ähnelt dabei dem Prinzip einer homöopathischen Behandlung - „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden“. Deshalb wurden den in der Klinik behandelten Sexualstraftätern Bordell-Besuch zu den therapeutischen Zwecken erlaubt.

 

In den vergangenen zwei Jahren erhielten rund vier Patienten eine solche Erlaubnis. Laut der Psychiatrie-Klinik sollten diese Bordellbesuche die Patienten auf die Freiheit vorbereiten. Auch die Erfahrung im Umgang mit Frauen sollte laut dem Spiegel-Artikel dabei gesammelt werden. Die Patienten, die bei ihren Freigängen Prostituierten besuchen durften, wurden von den Experten zu dem Zeitpunkt als nicht gefährlich eingestuft. Diese Praxis soll auch weiter genutzt werden. Blöd nur, dass Prostituierten über diese Therapiebesuche nicht informiert wurden und nicht wussten, mit welcher Klientel sie es zu tun hatten.

 

Auch der Maßregelvollzug Osnabrück praktiziert eine ähnliche Therapiemethode. Seit 2001 kommt eine Prostituierte in der Klinik und bringt den intelligenzgeminderten Sexualstraftätern einen gewaltfreien sexuellen Umgang mit Frauen bei. Der frühere langjährige Leiter des Maßregelvollzugs im hessischen Haina, Rüdiger Müller-Isberner, übte Kritik an diese Art Therapie und nannte sie „abwegig“ und „ethisch bedenklich“. Auch die CDU und die Grüne wollen dazu Anfragen an die niedersächsische Landesregierung stellen. 

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