Politik
screenshot
Prozess gegen SS-Mörder eingestellt - der Angeklagte ist zu alt
25.04.2019

Das Verbrechen gegen die Menschlichkeit verjährt nie. Man könnte in einem Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann, der zur Ermordung von Zehntausenden von Menschen im KZ Stutthof bei Danzig beigetragen hat, eine gewisse gerichtliche Härte erwarten. Nun wurde der Prozess wegen der körperlichen Beschwerden der Angeklagten eingestellt.

 

Der ehemalige SS-Wachmann des Konzentrationslagers Stutthof musste vom Landgericht Münster für seine grausamen Taten verantworten. Der Mann aus dem Kreis Borken hat von 1942 bis 1944 im deutschen KZ-Lager Stutthof gearbeitet, aber von den Schicksalen der Gefangenen wusste er seinen Angaben nach nichts. Er merkte zwar, dass tausende von Menschen starben, könnte aber zu der Ursache nichts sagen. „Ich führte es vor allem auf Krankheiten und Seuchen zurück“, erklärte das ehemalige SS-Mitglied.

 

Statt den Angeklagten für seine Taten zu verurteilen, stellte das Gericht den Prozess ein. Der 95-Jährige sei nämlich krank und kann einem Strafprozess nicht angemessen folgen. Dagegen kann man noch eine Beschwerde einlegen, denn lieber spät als nie muss ein Mörder für das grausame Verbrechen zur Verantwortung gezogen werden.

Tweet