Politik
Vollverschleierte beantragt Reisepass? Der Bürgermeister reagiert so unerwartet
11.04.2018

Zu einem Eklat kam es bei einem Rathausempfang in Weinheim in Baden-Württemberg.  Der Bürgermeister bestand darauf, dass eine Frau ihre Vollverschleierung abnimmt, berichtet die HuffPost. Allerdings wollte die Frau es nicht tun. Diese vollverschleierte Frau sei schon vorher im Rathaus aufgefallen und stammte aus einer örtlichen Notunterkunft.
 
Zunächst wollte sie einen Reisepass beantragen, wurde aber von einer Mitarbeiterin abgewiesen. Denn: Nach dem Passgesetz benötige sie für den Antrag einen Lichtbildabgleich. Mit einer Vollverschleierung sei es aber nicht möglich. „Zur Identitätsprüfung müssen wir das Gesicht der Frau sehen. Dafür hätte sie auch einen separaten Raum in unserem Rathaus aufsuchen können“, erklärte der Bürgermeister Heiner Bernhard der WELT. „Meine Mitarbeiterin hat alles richtig gemacht – und diese Entscheidungen trage ich auch für die Zukunft.“
 
Einige Tage später gab es im Rathaus ein Empfang für Neubürger. Auch diese Frau wurde eingeladen. “Draußen darf jeder gerne tragen, was er möchte”, sagte Heiner Bernhard.  “Aber wenn ich in das Rathaus einlade und den Menschen offen begegne, erwarte ich das auch von meinem Gegenüber.”  Allerdings kam die Frau wieder vollverschleiert und wurde erneut abgewiesen. Die deutsche Muslimin mit ihrer Familie musste die Feier verlassen.
 
Das örtliche Bürgerbündnis “Weinheim bleibt bunt” unterstützte den Politiker. „Aus aktuellem Anlass unterstützt der Sprecherkreis von „Weinheim bleibt bunt“ das städtische Vorgehen, bei behördlichen Vorgängen, insbesondere bei der Ausstellung von Passpapieren u.ä. eine Vollverschleierung nicht zu akzeptieren. Hier sei eine eindeutige Identifizierung der antragstellenden Person unverzichtbare Voraussetzung für behördliches Handeln. Es handle sich nicht um eine religiöse oder persönliche Diskriminierung o.ä. Grundsätzlich vertritt das „Bunte Weinheim“ die Position, dass der Islam und die muslimischen Bürgerinnen und Bürger zu Weinheim gehören“, stand es auf der Facebookseite des Vereins.

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