Politik
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Säureattentat: So grausam werden Regierungskritiker mundtot gemacht
05.11.2018

Sie hat die Korruption in ihrem Land kritisiert. Nun ist die 33-jährige ukrainische Aktivistin Kateryna Gandsjuk tot. Sie hat mutig drei Monate gegen die Folgen eines Säureangriffs in einem Krankenhaus in der südukrainischen Stadt Cherson gekämpft. Die Ärzte konnten sie nicht retten.

Ein unbekannter Täter hatte sie direkt vor ihrem Haus mit einem Liter Schwefelsäure überschüttet. Die Kollegen der Frau sind überzeugt, dass das Attentat politisch motiviert gewesen sei. Gandsjuk arbeitete als Beraterin für den Bürgermeister der Stadt Cherson und wusste nicht nur vom Hörensagen über Korruptionsschema, die die ukrainischen Politiker genutzt hätten, um sich zu bereichern.

Nach dem Tod der Aktivistin hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko versprochen, „alles zu tun, um die Mörder zu finden“. Das Problem ist aber, dass die Ermittler sofort die prorussischen Separatisten für das Attentat verantwortlich gemacht haben. Das Attentat sei ein Versuch gewesen, das Land zu destabilisieren, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Polizei. Solche Erklärungen sind nicht neu. Mit „Moskaus Hand“ werden in der Ukraine fast alle negativen Ereignisse erklärt.

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