Politik
Collage
Schule streicht Weihnachtslieder aus ihrem Adventsprogramm
28.11.2019

Die Weihnachtszeit nähert sich und einige Behörden stellen sich die Frage, ob die christliche Feier samt Traditionen noch angemessen in einer „multi-kulti“-Umwelt ist. Eine schweizerische Grundschule in Will ging davon aus, dass die veranstaltete Adventsfeier auf Weihnachtslieder  verzichten sollte, und strich drei Lieder, in denen die Geburt Jesu besungen wird. Die Zensur wurde damit begründet, dass die Lieder nicht „alle Kulturen ansprechen“ würden. Aus „Rücksicht gegenüber anderen Kulturen und Religionen“ wurde das Feierprogramm überarbeitet. In einem Rundumbrief forderte die Schulleitung von den Lehrern, auch weitere Beiträge für die Weihnachtsfeier so zu gestalten, dass „sich alle Kulturen angesprochen fühlen können“.

Der Akt der „Selbstkastration“ wurde nicht mal von den schweizerischen muslimischen Organisationen wertgeschätzt. „Aus unserer Sicht ist es sehr bedauerlich, wenn in einem christlichen Land keine christlichen Lieder mehr gesungen werden“, kommentierte Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz, und ermunterte die Schulen, an den christlichen Traditionen festzuhalten. Schulleiter Tobias Mattes wies darauf hin, dass die Programmänderung eine Reaktion auf einige Reklamationen der Eltern bei früheren Veranstaltungen gewesen sei. Um der Kritik der Eltern vorzubeugen, habe sich die Schule für ein „ausgewogenes“ Programm entschieden.

Präsidentin des Lehrerverbands LCH, Dagmar Rösler, drückte sich vor der offenen Stellungnahme zur Entscheidung der Schule. „Die Weihnachtsgeschichte wird im Religionsunterricht behandelt. Daher kann ich die Reaktion nachvollziehen – die Zeiten ändern sich. Gleichzeitig ist es normal, dass an den Schulen die Adventszeit gefeiert wird. Es ist schwierig, dann nicht Lieder mit weihnachtlichem Text zu singen“, relativierte sie ihre Position und betonte, dass jede Schule berechtigt ist, eigene Richtlinien aufzustellen.

Tweet