Politik
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Schummeleien der Vergleichsportale: Bundeskartellamt muss eingreifen
04.07.2019

Das Bundeskartellamt untersuchte verschiedene Internetvergleichsportale und deckte Schummeleien auf. So weit so gut, nur wie der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt berichtete, fehlt es der Behörde an Befugnissen, um die Portale zur Verantwortung zu ziehen. "Wir möchten gern Defizite, die wir auf einem Markt feststellen, auch beheben", erklärte Mundt dem Bonner "General Anzeiger". "Bei Internetvergleichsportalen haben wir viele Dinge festgestellt, die wir gern abstellen würden."

 

Bis jetzt gibt es für die Behörde im Verbraucherschutz nur Untersuchungserlaubnis, "ohne eine Befugnis zur Durchsetzung der Ergebnisse". Nach der Einführung der Untersuchungskompetenz 2017 brauche es nun den zweiten Schritt. "Wir sind keine Marktwächter, wir sind Rechtsdurchsetzer", so Mundt. Vor allem Versicherungsvergleichsportale und Hotelportale erwecken einen Eindruck, nicht den ganzen Markt zu repräsentieren. Auch bei Energie- und Telekommunikationstarifvergleichen stehen die Firmen oben auf der Liste, die dafür zahlen.

 

Da die Kundenbewertungen für oder gegen einen Kauf oft eine entscheidende Rolle spielen, möchte Bundeskartellamt auch diesen Bereich untersuchen. Die Behörde bekäme "Hinweise zu Firmen, deren Geschäftszweck angeblich darin besteht, Nutzerbewertungen zu verbessern. Oder zu Software, die automatisiert Nutzerbewertungen erstellt", sagte Mundt.

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