Politik
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Seenotrettung: Deutschland kann alle Flüchtlinge aufnehmen
10.02.2020

In Deutschland wird die Migrationspolitik heutzutage von jedem betrieben. Sowohl Kapitäne auf dem Mittelmeer, als auch lokale Politiker und die öffentlich rechtlichen Fernsehsender mischen beim Thema mit. Neulich haben die Amtsleiterin des Amtes für Migration und Integration in Düsseldorf Miriam Koch und der WDR mitgeteilt, dass Deutschland alle im Mittelmeer Geretteten und alle Migranten auf den griechischen Inseln aufnehmen kann. Der Fernsehbeitrag wurde auch ins Arabische und Persische übersetzt und über die Sozialnetzwerke verbreitet.

 

Koch hat sich für Aufgabe gemacht, die Flüchtlingspolitik auch über den deutschsprachigen Raum zu betreiben. „Tatsächlich könnte man die Seenotrettung sehr einfach in Deutschland verteilen. Und selbst die 40 000 Menschen aus den griechischen Lagern wären keine Überlastung für die Kommunen, die Aufnahmebereitschaft signalisiert haben“, verkündete sie in dem WDR-Interview mit Reporterin Isabel Schayani, die alles direkt ins Persische übersetzte. Die Reporterin äußerte auch eine berechtigte Vermutung, dass diese Aussage von den Migranten als ein Startsignal empfunden werden könnte. Die Amtsleiterin hatte auch eine Lösung parat: „Wir müssen die akute Krise im Mittelmeer beenden. Aber wir müssen natürlich Griechenland bei der Situation in den Lagern auf den Inseln helfen. Wenn nachher noch mehr Menschen kommen, müssen wir uns dann damit beschäftigen.“ Koch betonte, dass es für buchstäblich alle aus Seenot geretteten Migranten die Aufnahme in Deutschland möglich wäre und das genau die Botschaft sei, die an die Betroffenen übermittelt werden solle. Der Beitrag wurde 81240-mal aufgerufen und auf Arabisch und Persisch kommentiert.

 

Auch das war nicht genug. Ein weiteres WDR- Interview von Koch wurde von WDR auch ins Arabische übersetzt und auf Facebook gepostet. Der Beitrag genoss mit 60.000 Aufrufen eine sagenhafte Popularität. Nach der Ausstrahlung gerät der Fernsehsender in die Kritik der Düsseldorfer CDU-Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel. In einem Brief an den Vorsitzenden des Rundfunkrates Andreas Meyer-Lauber gab sie ihrem Entsetzen Luft. Der WDR betreibe bundespolitische Aktivitäten, indem eine einseitige und unausgewogene Berichterstattung auch ins Ausland erfolge, die dort ein Zerrbild von Deutschland zeichnete. Laut Pantel habe die Öffentlichkeit das Anrecht auf eine neutrale Berichterstattung der WDR. Unter anderem wurde Koch bereits im Herbst mit den Vorwürfen konfrontiert, Abschiebungen in großer Zahl unrechtmäßig ausgesetzt zu haben.

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