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SEK-Einsatz gegen Rocker-Gangs: Die Ruhe ist gestört
12.02.2020

Die Spezialeinsatzkommandos (SEK) waren in mehreren Städten in NRW im Einsatz, um die Polizei bei Razzien gegen Rocker-Gangs zu unterstützen. Bei Durchsuchungen wurden zahlreiche Schusswaffen sichergestellt. In NRW agieren vor allem zwei kriminelle Rocker-Gangs: Bandidos und Freeway Riders. Seit Jahren führen sie einen Krieg gegeneinander. Drogen, Waffenhandel und die Prostitution sind die Märkte, die die Gangs kontrollieren. Erpressung zählt auch zur beliebtesten Beutequelle der Kriminellen.

Bei Razzien waren rund 240 Polizeibeamte im Einsatz. Um in ein Haus einzudringen, mussten die Beamten ein gepanzertes Fahrzeug verwenden, das ein Haustor weggerammt hat. Insgesamt wurden sechs Personen festgenommen, die der Führungsebene der Rocker-Gruppierungen angehören. „Wir haben eine relative oberflächliche Ruhe. Ich betone 'relativ' und 'oberflächlich'“, meint der Leitende Direktor des Landeskriminalamt NRW, Thomas Jungbluth. Dennoch hielt die Polizei den Kontrolldruck auf die Rocker-Vereinigungen hoch. Die Razzien sollten demonstrieren, dass die Rocker-Gangs immer noch im Visier der Behörden sind.

Die Rocker-Gruppierungen zählen eigentlich zur rechtsextremen Szene. Es tauchen mittlerweile auch die kriminellen Rocker-Gangs auf, die Migranten auf sich vereinen. Wie zum Beispiel „Osmanen Germania BC“. Das ist ein deutsch-türkischer Rockerklub mit etwa 300 Mitgliedern. Gegen acht Mitglieder wird ein Prozess wegen versuchtem Mord, Erpressung, Drogenhandel, Zwangsprostitution und Freiheitsberaubung geführt. Die Gruppe wird von einem vorbestraften Mehmet Bagci geleitet, der enge und intensive Kontakte mit der türkischen Staatsführung pflegt. Die Ermittler haben sogar Telefonate zwischen ihm und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan abgehört und sind zum Schluss gekommen, dass die Bande Erdogans „Schlägertruppe" in Deutschland sei.
 

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