Politik
shutterstock.com
Zu weit rechts: AfD muss Notbremse ziehen
10.01.2019

Andre Poggenburg hat eine gute Karriere in der AfD gemacht. Er galt als Weggefährte von Björn Höcke. Inzwischen hat sich Höcke von Poggenburg distanziert. Höckes nächstes Ziel ist der Posten des Ministerpräsidenten in Thüringen. Die öffentlichen Äußerungen von Poggenburg scheinen selbst für Höcke zu radikal zu sein.

Es ist durchaus denkbar, dass sich Höcke wie Poggenburg darüber einig sind, dass das Dritte Reich eine schöne Zeit für Deutschland war. Höcke hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er viel Nachsicht mit den Nazis hat. Der neue angestrebte Posten fordert aber Zurückhaltung bei öffentlichen Äußerungen. Poggenburg ist aber ein Mensch, der ziemlich offen sagt, was er denkt.

Kurz vor Jahreswechsel wünschte er seinen Followers auf Twitter ein „kämpferisches und patriotisches 2019“ und meinte, dass die „deutsche Volksgemeinschaft" das „Erbrecht der friedlichen Koexistenz in Europa" habe. Die Redewendung „deutsche Volksgemeinschaft“ wurde in der NS-Zeit verwendet und wird heute in rechtsextremen Kreisen benutzt, um die Sympathie mit dem NS-Regime zu bekunden. Selbst Poggenburgs Parteikollegen halten diese Aussage für rechtsextrem. „Poggenburg hat eine Grenze überschritten. Im Spannungsfeld einer möglichen Überwachung durch den Verfassungsschutz müssen wir an dieser Stelle Entschlossenheit zeigen“, kommentierte AfD-Bundesvorstandsmitglied Kay Gottschalk. Die Partei hat ihn für alle Ämter gesperrt.

Tweet