Politik
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Skandal: Volksverhetzer werden mit Musikpreis belohnt
16.04.2018

Die Echoverleihung ist ein wichtiges Ereignis in der deutschen Musikwelt. Der Preis wird den erfolgreichsten deutschen Musikern in 22 Kategorien vergeben und live vom TV-Sender Vox übertragen. Die 27. Echoverleihung führte aber zu einem politischen Skandal. Selbst der Außenminister Heiko Maas bezeichnete die Verleihung als „beschämend“.
 
Der Skandal dreht sich um zwei deutsch-türkische Rapper Kollegah und Farid Bang. Dass Rapper frech und provokativ sein sollen, um sich der Rap-Kultur angehören zu können, ist klar. Es gibt jedoch bestimmte Grenzen, die auch singende Hohlköpfe nicht überschreiten dürfen. Wenn sie in ihren Liedern behaupten, dass „Alle Juden Schweine“ seien und dass ein neuer Holocaust herbeizuführen sei, machen sie sich dafür auch strafbar. Statt eine Anklage wegen Volksverhetzung bekommen zu haben, wurden sie mit einem Echo-Preis ausgezeichnet.
 
Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie, versucht nun eine Rechtfertigung zu finden. „Die Art und Weise der öffentlichen Befassung mit der Auszeichnung des Albums führte zu einer Welle der Betroffenheit, die uns sehr bestürzt und die den Preis überhöht und zugleich überfordert.“ Auf Normal-Deutsch heißt es, wir konnten damit nicht rechnen, dass der Skandal so groß werde. Na selbstverständlich! Wer konnte überhaupt auf die Idee kommen, dass die Volksverhetzung nicht ausgezeichnet werden darf? Die Musiker leben doch in einer Parallelgesellschaft!
 

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