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So gefährlich ist Iraks Offensive in Mossul und 150.000 Menschen in Todesangst
19.06.2017

Schon seit Oktober 2016 wütet ein erbitterter Kampf zwischen Iraks Militär und dem Islamischen Staat (IS) um Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes und IS-Hochburg im Norden Iraks. Dieser Kampf hat bereits viele Opfer gekostet, unter anderem, weil die noch in der Stadt verbliebenen Zivilisten vom IS als „menschliche Schutzschilde“ missbraucht werden, wie der UN-Flüchtlingswerk Vertreter im Irak, Bruno Geddo, mitteilt. Nach eigenen Angaben startete Iraks Militär am Sonntag eine Offensive, um die umkämpfte Stadt endgültig einzunehmen.

Bei diesem Entschluss ist jedoch zu bedenken, dass geschätzte 150.000 weitere Zivilisten noch in der besetzten Stadt gefangen sind. Schon früher wurde von Massenhinrichtungen fliehender Zivilisten durch den IS berichtet, nun soll der Kampf zwischen Irak und IS ausgefochten werden, mit den Zivilisten dazwischen. Mit Hilfe der US-Armee war es bereits möglich, im Januar dieses Jahres den Ostteil Mossuls zurückzuerobern. Dort gibt es bereits Lebensmittel und eine weitgehend hergestellte Ordnung, die von patrouillierender Polizei aufrecht erhalten wird.

Momentan konzentriert sich der Kampf auf die engen Gassen der Altstadt. Ein wichtiger Punkt ist die Moschee, die vom IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi im Juli 2014 zum Ausrufen des Kalifats genutzt wurde. Sollte die Stadt samt Moschee zurückerobert werden, wird mit einer signifikanten Schwächung des IS im Irak gerechnet. Auch im benachbarten Syrien läuft eine Offensive gegen die IS-Hauptstadt Rakka. Dort unterstützen US-Einheiten die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Sturm auf die Stadt.

Laut Berichten der irakischen Medien, wurden an die noch verbleibenden Zivilisten Flugblätter verteilt, die sie dazu aufforderten, durch einen von fünf gesicherten Korridoren aus der Altstadt zu fliehen. Das soll die möglichen Kollateralschäden mindern.