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Übles Spiel: SO verriet Gorbatchow den Genossen Honecker
06.08.2018

Schon zwei Jahre vor dem Fall der Mauer setzte sich der sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow vom DDR-Regime unter Erich Honecker ab. Laut dem ehemaligen Berliner SED-Chef Günter Schabowski habe Moskau einen Plan ausgearbeitet, um Honecker zu entmachten. In Angesicht der lädierten Wirtschaft in der UdSSR brauchte Michail Gorbatschow Verbündete im Westen. Der Kurs auf Reformen und auf die Kooperation mit westlichen Ländern sollte den Kollaps des sowjetischen Imperiums verhindern. Honecker war ein passendes Bauernopfer.
 
„Im Frühjahr 1987 gab es ein Geheimtreffen in Dresden, an dem Wolf, der stellvertretende KGB-Vorsitzende und Gorbatschow-Vertraute Wladimir Krjutschkow sowie Dresdens SED-Chef Hans Modrow teilnahmen“, erzählte Schabowski. Als Honeckers Nachfolger wurde Egon Krenz ausgewählt. Honecker hat später dieses Geheimtreffen als Verrat der engen Freunde bezeichnet. Er konnte nicht glauben, dass die Menschen, mit denen er vertraute Beziehungen hatte, bereiteten hinter seinem Rücken einen Staatsstreich vor.  
 
Honecker wurde 1991 in die BRD ausgeliefert. Er war bereit, sich im Prozess gegen ihn zu verteidigen. „Das ist meine Pflicht gegenüber den Bürgern der DDR“- schrieb er. Der historische Prozess wurde nicht beendet. Honecker starb 1994. Sein Verräter und Nachfolger Egon Krenz wurde zu 6,5 Jahren Haft verurteilt.