Politik
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Tatort Schule: Jeder vierter Teenager ist Opfer von Sex-Gewalt
02.10.2018

Die unmotivierte Gewalt unter Jugendlichen breitet sich aus. Mobbing, Belästigung, Schlägereien und Drogenkonsum gehören heute zum typischen Alltagsbild in einer deutschen Schule.

Die 6-klässlerin Marie bekommt Vergewaltigungsdrohungen von ihren Mitschülern per WhatsApp. Drei Schülerinnen der zehnten Klasse, Paula, Dalia und Lea wissen dank ihrem Lehrer, was eine sexuelle Belästigung ist.
Die 13 jährige Layla wurde von Freuden vergewaltigt, während das Verbrechen aufgezeichnet und das Video unter ihren Mitschülern verbreitet wurde. Die Fälle von sexueller Gewalt kann man noch lange auflisten. Nach Angaben der SPEAK-Studie ist jeder vierte Schüler in Deutschland mindestens einmal zum Opfer von Sexualtätern geworden.

Hinter diesen erschütternden Zahlen stehen konkrete Schicksale der Kinder mit ihren Ängsten, Verzweiflung und Schamgefühl. „Betroffene ertragen es oft nicht einmal mehr, zu essen oder zu trinken. Viele würden sich völlig zurückziehen, von Familie und Freunden isolieren. Sie haben Schlafstörungen und große Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, weil die Gedanken ständig um das Erlebte kreisen. Den Tätern täglich wieder in der Schule begegnen zu müssen, sei besonders schlimm. "Das triggert immer wieder die Erinnerung an das Erlebte", sagt Anke Fürste von der Bremer Beratungsstelle "Schattenriss e.V."

Die Politik betrachtet die Gewalt an den Schulen als eine Serie von Einzelfällen. Das systematische Versagen der Schulbehörden will man einfach nicht zugeben. Irgendwie geht es weiter. Oder auch nicht. Wer weiß!

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