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Treffen zwischen Trump und Kim: Atomkrieg ist aufgeschoben?
11.06.2018

Das Treffen des US-Präsidenten Donald Trump und des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un in Singapur ist historisch, einmalig, sogar sensationell und dennoch fruchtlos. Prinzipiell gibt es keine unüberwindbaren Schwierigkeiten, einen Kompromiss zu finden. Die Frage ist aber, wer diesen Kompromiss braucht.
 
Trump setzt auf eine vollständige Denuklearisierung des Landes. Das ist seine Forderung an Nordkorea. Die Forderung, die von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, denn niemand ist an der Abrüstung wirklich interessiert. Die USA brauchen keine Deeskalation in der Region. Wenn es den Konflikt nicht gibt, kann man die US-Militärbasen in Südkorea nicht mehr legitimieren. Diese Basen braucht aber Washington – nicht so sehr, um Nordkorea zu bedrohen, sondern um China und Russland abzuschrecken.
 
Kim wiederum fordert eine „phasenweise und synchrone" Abrüstung auf beiden Seiten. Der nordkoreanische Diktator hat keine Gründe für Zugeständnisse, denn er wird in dieser Frage von China und Russland unterstützt. „Meiner Auffassung nach darf die Aufgabe der Atomwaffen durch Nordkorea keine Einbahnstraße sein“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin. Das persönliche Gespräch mit Trump kann Kim ausnutzen, um seinen mächtigen Schirmherren zu zeigen, dass seine Willigkeit zum Kompromiss an sturer Haltung der USA scheitert.
 
 

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