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Trotz Kontaktverbot: Flüchtlingsdemo findet in Köln statt
14.04.2020

Die Kölner Polizei musste am Sonntag eine nicht gemeldete Demonstration auflösen. Trotz verhängtem Kontaktverbot versammelten sich etwa 60 Menschen in der Innenstadt, um gegen die Zustände im griechischen Flüchtlingslager Moria zu demonstrieren. Gegen 15 Aktivisten wurde Anzeige erstattet.

Die Situation im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos ist in der Tat katastrophal. „Wasserversorgung im Camp Moria wird nach und nach eingestellt. Die Krätze ist ausgebrochen, es gibt fast keine Medikamente. Immer weniger Menschen ist es gestattet, das Camp kurzzeitig zu verlassen. Das größte Flüchtlingslager Europas wird sich selbst überlassen“, beschrieb die Seenotrettung „Mission Lifeline“ die miserablen Zustände im Flüchtlingslager. Die Frage ist es aber, wie die deutschen Demonstranten in Köln den Menschen auf Lesbos helfen konnten. Mit dem Verstoß gegen die Corona-Verordnung haben sie nur die Ausbreitung des Virus begünstigt, was sicherlich die Situation von Flüchtlingen nicht verbessern kann. Ganz im Gegenteil.

Das ist übrigens nicht die erste Demonstration in Deutschland, die in der Korona-Krise veranstaltet wurde. Coronavirus bringt die Gesetzeslage in Deutschland zunehmend durcheinander. Kontaktverbot, ein möglicher Einsatz von rund 15.000 Soldaten in Deutschland, ohne entsprechende Gesetzesänderung - das können auch angesichts der Pandemie nicht alle Bürger regungslos hinnehmen. Eine Gruppe von Aktivisten ging mit dem Slogan "Nicht Ohne Uns" auf die Barrikaden. Die rechtlich umstrittene Demonstration fand am vergangenen Samstag auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin statt. Auch diese Demo hat die Polizei aufgelöst.

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