Politik
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Umgekehrter Rassismus: Weiße müssen draußen bleiben
02.10.2019

Die schottische Universität Edinburgh zählt zu den besten Forschungsuniversitäten weltweit. Umso absurder scheint die Aktion, die nun die Rassismus-Debatten ausgelöst hat. Eigentlich war die an der Universität organisierte Konferenz als antirassistisches Event gedacht. Schließlich verwandelte die Tagung in die schlimmste Manifestation des rassistischen Gedankenguts. Wenn aber früher die schwarzhäutige Menschen wegen Farbe malträtiert wurden. Nun die Weißen mussten sich in Diskriminierungsopfer hineinversetzen.
 
An der von der Nichtregierungsorganisation QTPOC (queer and trans people of colour) organisierten Konferenz dürften sich die weißhäutigen Menschen nur in separaten Räumlichkeiten bewegen und keine Fragen an Vortragenden stellen. Es ging dabei nicht um ein soziales Experiment oder Kunst-Performance. Mit dem Verbot wollten die Organisatoren die Teilnahme der farbigen Menschen an der Konferenz hervorheben. „Wir werden den Weißen nicht das Mikrofon zu Fragen anbieten, nicht weil wir nicht glauben, dass die Weißen der Diskussion etwas zu bieten haben, sondern weil wir die Stimmen der farbigen Menschen verstärken wollen“, so lautete die Argumentation der Veranstalter.
 
Die Universitätsführung wollte diese Situation nicht kommentieren. Der Universitätssprecher merkte nur an, dass die Diskussion zum Thema Rassismus auf dem Gleichheitsprinzip beruhen solle. Viel schärfer hat die Situation Jane McColl, Aktivistin der Bewegung gegen Rassismus kritisiert: „Die Veransataltung wirft den Kampf um Gleichheit und Fairness um Jahrzehnte zurück, und das alles wegen der Handlungen einer winzigen Gruppe von Extremisten, deren perverser Sinn für Logik sie dazu veranlasst hat, weiße Menschen nur wegen ihrer Hautfarbe zu herabsetzen.“    

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