Politik
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Wer diese App in der Türkei nutzt, kommt in den Knast
11.08.2017

Die Haftwelle gegen Journalisten und Oppositionelle rollt in der Türkei weiter. Schon wieder wurden weitere 35 Journalisten verhaftet. Die Vorwürfe sind nicht neu: Unterstützung der Gülen-Bewegung, die Erdogan zur terroristischen Organisation erklärt hat. Es scheint, dass der türkische Präsident sich zum Ziel gesetzt hat, den Journalistenberuf im Land auszurotten. Die Nutzung einer App wird als Vorwand genommen, Oppositionelle hinter Gitter zu bringen.
 
Per Haftbefehl festgenommenen Journalisten wird die Nutzung der Messenger-App "ByLock" zur Last gelegt. Die Nutzung dieser App dient der türkischen Justiz als Beweis für die Mitgliedschaft in der Gülen-Bewegung. Nach Angaben der türkischen Behörden wurde „ByLock" speziell für die Gülen-Bewegung entwickelt, damit die Mitglieder verschlüsselt miteinander kommunizieren konnten. Im Unterschied zu dem beliebten Messenger WhatsApp vergibt "ByLock" persönliche ID-Nummer an Gesprächsteilnehmer. Dadurch wird die Anonymität der Nutzer gesichert.
 
Es gibt jedoch keine hinreichenden Beweise dafür, dass die Gülen-Bewegung hinter der Entwicklung der App steckt, oder dass die Anhänger des oppositionellen Geistlichen die App aktiv verwenden. 

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