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„Zu schwul“: Ungarn verlässt Eurovision Song Contest
28.11.2019

Eurovision Song Contest verliert einen Staat. Ungarn will ab 2020 an dieser Veranstaltung nicht mehr teilnehmen. Der Grund für die Absage ist hart, aber fair. Die Veranstaltung sei „zu schwul“. In einem regierungsnahen Fernsehsender wurde der ESC als „homosexuelle Armada“ bezeichnet, die mentale Gesundheit der ungarischen Jugendlichen schade. Ungarns Regierungssprecher hat den Grund für die Absage zwar nicht bestätigt, hat aber auch keinen anderen Grund genannt, sodass man davon ausgehen kann, dass der Fernsehsender die Position der ungarischen Regierung widergegeben hat.

"Viele junge Menschen denken, dass das etwas für Leute unter 18 ist, aber auf dieser Veranstaltung findet die Zerstörung des öffentlichen Geschmacks statt, wenn schreiende Transvestiten und bärtige Frauen teilnehmen", kommentierte TV-Moderator András Bencsik mit Anspielung auf die ehemalige österreichische ESC-Siegerin Conchita Wurst. Ungarns Absage kann einen Dominoeffekt auslösen. Polen, Russland, balkanische Staaten verteidigen genauso wie Ungarn traditionelle Familienwerte und können aus Solidaritätsgründen Budapest folgen.

Vor allem ist Russland mit dem Thema Homosexualität konfrontiert und erwägt seit längerem den Austritt aus der ESC-Gemeinschaft. Für die russischen TV-Sender ist selbst die Ausstrahlung der Veranstaltung eine Herausforderung, denn es gibt ein Gesetz in Russland, das die Propaganda der homosexuellen Beziehungen verbietet. In einer Live-Übertragung sind häufig küssende   homosexuelle Paare zu sehen, was eindeutig unter das Verbot fällt. Die TV-Sender machen sich also strafbar, indem sie diese Bilder ausstrahlen.  

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