Wirtschaft
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Umstieg verschoben: So viel Zeit bleibt Diesel- und Benzinern
10.12.2018

Der Abschied von den Verbrennungsmotoren ist in Deutschland eigentlich für das Jahr 2030  geplant. Ab diesem Zeitpunkt wollen die Bundesländer keine Autos mehr mit Diesel- oder Benzin-Motoren zulassen. Als Alternative wird der Umstieg auf Elektroautos angeboten. Das „Angebot“ sieht auch eine Prämie vor. Sie wird jedoch kaum in Anspruch genommen. Denn fast kein Autofahrer glaubt, dass dieses Vorhaben in naher Zukunft realisiert wird. Auch Toyota-Motorentwickler Gerald Killmann nicht. In einem Spiegel-Interview sagt er, wann sich seiner Schätzung nach die alternativen Antriebe durchsetzen werden.

Nach Angaben der Branchenzeitung „Automobilwoche“ wurden aus dem Förderfond von 1,2 Milliarden Euro bisher lediglich 55 Millionen Euro für die Prämie verwendet. Die Prämie können Personen beanspruchen, die sich ein neues Elektroauto gekauft haben. Kauf eines reinen E-Autos wird mit 4000 Euro gefördert, Kauf eines Hybridautos  mit bis zu 3000 Euro. Die Kosten für die gezahlte Prämie übernehmen der Autohersteller und der Staat zu gleichen Teilen.

Mit diesem Bonus wollte die Bundesregierung die Nachfrage nach E-Autos stimulieren und einen Umstieg auf neue umweltbewusste Automodelle gewährleisten. Die Bürger zeigen aber nur geringes Interesse an dem Umstieg. Das Hauptproblem besteht darin, dass  keine hinreichende Infrastruktur für die Elektroautos entwickelt wurde. Vor die Wahl gestellt, ob  „Umweltschutz oder persönlicher Komfort“ neigt man eher zur zweiten Option.

Nichtsdestotrotz bereiten sich die Auto-Konzerne auf einen Umstieg vor. Die Fristen, die die Bundesregierung festgelegt hat, seien zwar unrealistisch, aber immerhin nicht utopisch, meint Killmann und nennt das Datum, ab wann mindestens Toyota einen Umstieg vollziehen werde. Schätzungsweise geht es um das Jahr 2040. „“Bis dahin haben wir die Kosten so weit gesenkt, dass die Technologie breit verfügbar ist und auch in Fahrzeugen steckt, die keine Nische bedienen, so Killmann.

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