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Arzt-Not: Studienbewerber mit schlechtem Abitur sind willkommen
07.03.2019

Am deutschen Arbeitsmarkt herrscht bei manchen Berufen regelrecht Not am Personal. Dazu zählen offensichtlich auch die Ärzte, deshalb wurde in NRW die Zulassungskriterien für das Medizinstudium massiv gelockert. Ab dem Wintersemester 2029/20 muss ein angehender Arzt kein Spitzenabitur vorweisen, allerdings unter einer Bedingung.
 
Rund 140 Sonderstudienplätze stehen als sogenannte Landarzt-Quote diejenigen Abiturienten zur Verfügung, die sich nach dem Studium dazu verpflichten, mindestens zehn Jahre als Landarzt zu arbeiten. „Bei Verstößen droht ihnen eine Vertragsstrafe in Höhe von 250.000 Euro“, sagte der NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Mit dieser Lockerung will der Gesundheitsminister die Unterversorgung in ländlichen Regionen bekämpfen. Dazu muss man anmerken, dass die Abiturnote bisher die wichtigste Qualifikation für das Medizinstudium war und nur rund 11.000 von 50.000 Bewerbern wurden bundesweit zum Studium zugelassen.
 
Die Abiturnote wird natürlich weiterhin das Auswahlverfahren für das Studium beeinflussen. Dazu spielen ein technischer Test und eventuelle Berufsausbildung auch eine weitere Rolle. Über die sozialen Fähigkeiten wie Empathie wird bei einem Jury-Gespräch beurteilt. Ob man allerdings bei der Beurteilung von der Sozialkompetenz oder Empathie zu den zuverlässigen Ergebnissen kommen kann, bezweifelt die Ärztekammer Nordrhein. Die Zulassungslockerung selbst bezweifelt offensichtlich leider niemand.  
 
 

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