Wirtschaft
Bankenfusion: Das Missmanagement zahlt der Steuerzahler?
12.03.2019

Das deutsche Bankenwesen. Einst eine Geschichte des Erfolges, zuletzt nur noch eine von Brandherden gezeichnete Krisenregion deutscher Wirtschaft. So ist es nicht verwunderlich, das Gerüchte über eine Fusion der beiden unter Druck geratenen Großbanken nicht abreissen . Durch Äusserungen von Finanzminister Scholz bekamen diese zum Wochenanfang noch neue Nahrung. 

Einem Bericht der „WamS" nach sollen Finanzminister Scholz und sein Staatssekretär Kukies die Vorstände der beiden Banken gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen. Scholz sagte am Montag am Rande eines Treffens der Euro-Finanzminister in Brüssel: "Es gibt Beratungen über die Situation wie sie ist. Die Bundesregierung ist ein fairer Begleiter von privatwirtschaftlichen Diskussionen. Mehr gibt es da gegenwärtig nicht zu sagen."

Es habe bereits "inoffizielle Kontakte in sehr kleiner Runde gegeben", die allerdings noch nicht in einem Stadium seien, in dem sie mitteilungspflichtig seien. Sprecher beider Geldhäuser wollten den Bericht am Samstag nicht kommentieren.

 

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Auch der US-Fonds mit dem bezeichnenden Namen Cerberus, der an beiden Geldinstituten beteiligt ist, hat seine Meinung offenbar geändert und befürwortet nach Berichten des Handelsblatt inzwischen eine Fusion. 
Allerdings ist der Nutzen einer Fusion der beiden letzten privaten Großbanken in Deutschland umstritten. 
Auf dem zersplitterten Heimatmarkt stünden ihnen weiterhin die öffentlich-rechtlichen Sparkassen mit ihren Landesbanken sowie die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken als bedeutende Spieler gegenüber.

 

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Die sozialen Folgen einer Bankenfusion von Deutscher Bank und Commerzbank wären allerdings schwer absehbar: 
Von den rund 130.000 Mitarbeitern der beiden Institute würden Schätzungen zufolge ca. 25 % der Beschäftigten ihren Job verlieren. Das sind in Zahlen 30.000 bis 40.000 Arbeitnehmer. Die Gewerkschaft Verdi und große Teile der SPD stehen einem Zusammengang deshalb mehr als skeptisch gegenüber.