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Bitte einen Drehspieß im Fladenbrot: Döner darf nicht mehr „Döner“ heißen
28.10.2019

Döner wurde schon zu einem fast untrennbaren Teil der deutschen Küche geworden. Nach einem Beschluss des Lebensmittelüberwachungsamts in Weimar dürfen Döner in dieser thüringischen Stadt nicht mehr Döner heißen. Wer künftig einen Döner bestellen will, muss sich einen neuen Namen merken: Drehspieß im Fladenbrot.
 
Man muss sofort alle Gegner von Fremdwörtern in der deutschen Sprache enttäuschen: Das Weimarer Lebensmittelüberwachungsamt kümmerte sich nicht um die Grammatik der deutschen Sprache. Die Behörde hat sich aber akribisch mit der Bedeutung der Wörter auseinandergesetzt. Das „Deutsche Lebensmittelbuch“ schreibt ganz genau vor, was einen echten Döner ausmachen soll. Schaf oder Rind, dazu Hack, Eier, Gewürz, Öl, Zwiebel, Milch und Joghurt. Es klingt gut, aber die Großhändler, bei denen die Dönerläden Fleisch einkaufen, halten sich nicht an die Vorschriften des deutschen Lebensmittelbuches und geben Geschmacksverstärker hinzu. Die Behörde hat aus dieser Tatsache eine logische Schlussfolgerung gezogen: Das ist eben kein Döner mehr.    
 
Eigentlich hätte das Lebensmittelüberwachungsamt die Großhändler dazu auffordern sollen, die Vorschriften zu beachten. Das wäre eine konsequente Handlung gewesen, nachdem das Problem erkannt wurde. Stattdessen wurde ein Beschluss gefasst, der bereits als „Behörden-Irrsinn“ von vielen Medien bezeichnet wurde. Wenn ein Döner nun ein Drehspieß mit Fladenbrot heißen sollte, wird das echte Problem, dass das Produkt durch Geschmacksverstärker ungesund ist, nicht behoben. Das verstehen alle, bis auf das Lebensmittelüberwachungsamt.
 

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