Wirtschaft
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Boykott gegen US-Dollar: Euro wird zur Weltwährung?
28.05.2019

Donald Trump hat für sich die Sanktionspolitik beansprucht. Die von den Sanktionen betroffenen Länder suchten einen Weg für die wirtschaftliche Stabilität und fanden neue Lösungen im Verzicht auf US-Dollar als Handelswährung. Seit 2014 steht Russland unter US-amerikanischen Sanktionen und nun gesellte sich auch Venezuela dazu. Die beiden Länder haben ihre Handelsverträge auf US-Dollar deutlich reduziert.

 

Laut der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft FinExpedia schaffte es Russland, den Anteil ihrer Geschäfte in russische Währung und in Euro deutlich zu steigern. Die „Entdollarisierung“ ist seit fünf Jahren im vollen Gange und der Anteil des US-Dollars im russischen Außenhandel sank auf 56,1 Prozent, was 388 Milliarden Dollar beträgt. Die Handelsabkommen auf Basis des Rubels stiegen dagegen um 20 Prozent (136 Milliarden US-Dollar). Auch Euro spielt zunehmend eine größere Rolle. Die Euro-Handelsverträge stiegen auf 21 Prozent oder 151 Milliarden US-Dollar.

 

Auch im gegenseitigen Handel mit China gibt es Fortschritte. So stiegen die Exporten nach China, die in Rubel abgewickelt wurden, um das Fünffache und Chinas Exporte auf Yuan-Basis wurden auf fast das Neunfache erhöht. Nun hofft auch Caracas, dass Russland bei der Restrukturierung der venezolanischen Auslandsschulden hilft. Dem venezolanischen UN-Vertreter Jorge Valero zufolge wird derzeit mit Moskau darüber diskutiert, dass im Handelsabkommen der russischen Rubel statt US-Dollar verwendet wird. Der Diplomat wies darauf hin, dass die US-Sanktionen eine enorme negative Auswirkung auf die Wirtschaft des Landes haben und vor allem die Einfuhr von Medikamenten und Lebensmitteln in Venezuela behindern. „Die US-Blockade ist illegal und kriminell. Das Embargo tötet“, sagte Valero.

 

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