Wirtschaft
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Bundesregierung führt ein neues Amt für Kreativität ein
07.10.2019

Deutschland ist ein Land der Ideen - mit diesem Slogan hatte die Bundesregierung 2005 eine wirtschaftliche Exzellenzinitiative gestartet, die die deutsche Kreativität in Sachen Erfindungen, Patenten und Produktqualität weltweit behaupten sollte. Inzwischen sind fast 15 Jahre vergangen. Heutzutage gilt die bittere Tatsache: Deutschland ist kein Erfinderland mehr, und das Logo „Made in Germany“ besitzt keine Anziehungskraft wie früher. Um die Situation zu verbessern, ist die Regierung zu dem Schluss gekommen, ein neues Amt im Bundeskabinett einzuführen. Regierungsbeauftragter für Erfindungen soll die Kreativität und Qualität in die deutsche Wirtschaft einhauchen. Diese Aufgabe wurde dem Unternehmer Rafael Laguna anvertraut.
 
Der 55-jährige Geschäftsmann hat das Vermögen als Gründer und Chef des Kölner Software-Unternehmens Open-Xchange aufgebaut. Nun soll er seine Erfahrung in einer neu geschaffenen Bundesagentur für Sprunginnovationen unter Beweis stellen. Was der Begriff „Sprunginnovationen“ bedeutet, weiß auch Laguna selbst nicht ganz genau. „Ich war nicht dabei, als der Name diskutiert wurde, aber so war es wohl. Inzwischen finde ich ihn ganz gut, weil er zum Nachdenken anregt. Sprunginnovationen sind etwas, was einen weiterbringt“, erklärt der Unternehmer.
 
Es gibt ein breites Spektrum an Branchen, die die neue Agentur überwachen wird. Im Fokus stehen aber zwei wichtige Themen, an denen die Agentur hart arbeiten wird: Umwelt und Klima. Laguna hat bereits ein Projekt in Sicht, das er als Regierungsbeauftragter für Erfindungen unterstützen will. Es handelt sich um neue Plastiksortiermaschinen, die auf innovativer Bilderkennung beruhen. „Natürlich ist das kein Auto oder keine Rakete, aber es würde Märkte verändern und der Umwelt helfen - wenn das Konzept trägt. Das müssen wir erst noch evaluieren“, sagt Laguna.
 

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