Wirtschaft
Ungerechte Strompreise: Auch Sie sind betroffen
04.04.2018

Etwa 30 Cent zahlen wir für die Kilowattstunde Strom. Aber wie wird dieser Preis gebildet? Deutschlandfunk erläutert, aus welchen Kosten dieser Preis sich zusammensetzt. Darunter seien Steuern und Abgaben aus den sogenannten Netzentgelten. Und vor allem diese Netzentgelte seien Grund dafür dass Strom in Süd- und Westdeutschland günstiger ist als in Nord- und Ostdeutschland.
 
Es gebe bundesweit vier Betreiber der bundesweiten Übertragungsnetze und etwa 900 sogenannte Verteilnetzbetreiber, die den Strom über ihre Leitungen bis ins Haus bringen und dafür eine Gebühr kassieren. Deshalb ist es klar, dass je dünner das Gebiet besiedelt ist, desto mehr muss man für die Verteilung des Stroms zahlen.
„Wenn Sie ein geschlossenes Stadtgebiet haben, dann ist die Stromverteilung einfacher. Es sind möglicherweise auch viele Industriekunden da, die Netzentgelte zahlen, dadurch verteilt sich schlicht alles etwas mehr. Wenn Sie dagegen in die Fläche gehen und müssen ein sehr dünn besiedeltes Gebiet anschließen, dann ist das ein Faktor, der für weniger Kunden mehr Kosten produziert“, erklärte Olaf Peter Eul von der Bundesnetzagentur gegenüber DLF.
 
Interessant ist auch die Tatsache, dass selbst  bei den Regionen mit besonders vielen Wind- und Sonnenkraftanlagen sei der Strom teurer, weil sie alle ans lokale Stromnetz angeschlossen und aus dem dünn besiedelten Osten in den industriellen Süden geschafft werden müssen.
 
„Ich kann das für Thüringen sagen. Wir haben dort aktuell zwei größere Hochspannungsleitungen im 110-KV-Bereich errichtet, die nur für den Wegtransport von Windenergie gebaut worden sind", erklärte Martin Schreiber von der TEAG in Thüringen. "Diese Kosten finden sich dann eindeutig in den Netznutzungsentgelten wieder, denn das ist ein Netzausbau, und den müssen wir irgendwie umlegen.“
Damit sind Verbraucherschützer nicht einverstanden und fordern eine gerechtere Verteilung dieser Kosten unter allen deutschen Stromkunden.

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