Wirtschaft
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Starökonom warnt: DAS wird die EU in Bedrängnis bringen
11.10.2017

Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn hat in einem Dlf-Interview vor einem Euro-Beitritt Rumäniens und Bulgariens gewarnt. Dadurch könnten seiner Ansicht nach wirtschaftliche Ungleichgewichte und noch mehr Schulden im Euroraum entstehen.
 
„Was mich beim Juncker wirklich irritiert ist, dass er jetzt den Schengen-Raum ausdehnen will nach Rumänien und Bulgarien. Ich meine, was haben wir denn gelernt aus der Flüchtlingskrise: Wir haben gelernt, dass wir zu offen waren und die Grenzen nicht hinreichend gesichert haben. Dann hat man das einigermaßen in den Griff gekriegt dadurch, dass der Zaun bei Mazedonien gebaut wurde“. Diese Zäune haben dazu beigetragen, Flüchtlingsströme abzublocken.  
 
„Kurzum, Junckers Programm wird in jenen Ländern Osteuropas, die noch nicht zum Euro-Raum gehören, das gleiche Chaos auslösen, wie wir es in Südeuropa erlebt haben und noch erleben. Es bringt uns Griechenland im Quadrat“, warnte Sinn in seinem Beitrag für Fund Research. Noch unschöner sei seiner Ansicht nach der Aufruhr, den inflationäre Wirtschaftsblasen in Osteuropa und neue Flüchtlingsströme nach Mitteleuropa hervorrufen würden.
 
Noch vor zwei Jahren meinte der damalige ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, dass die Deutschen länger arbeiten sollen, um die Kosten der Flüchtlingsintegration zu bewältigen. „Wir sollten den Flüchtlingsstrom zum Anlass für eine neue Agenda 2010 nehmen", forderte Sinn damals in der „Zeit“. Nur durch die Abschaffung des Mindestlohnes  entstünden seiner Ansicht nach genug Jobs für die Flüchtlinge. Sie haben meistens nur eine niedrige Qualifikation. „Mehr Geschäftsmodelle für Geringqualifizierte werden erst dann rentabel, wenn der Lohn für einfache Arbeit fällt“, sagte der Ökonom.  „Wenn die Zuwandernden keine Stellen kriegen, werden sie nicht integriert, und dann werden wir erhebliche Spannungen in der Gesellschaft bekommen. Dann kippt die Stimmung erst recht“, begründete Sinn seine Meinung. Außerdem sollten Deutsche länger arbeiten.