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Deutsche Autokonzerne haben Abgas-Versuche an Menschen finanziert?
29.01.2018

Wie der Spiegel berichtet, will VW-Aufsichtsrat nach den Abgasexperimenten mit Affen die verantwortlichen Manager zur Rechenschaft ziehen. Außerdem haben deutsche Autokonzerne offenbar auch Versuche an Menschen  mitfinanziert. Damit kommen zweieinhalb Jahre nach Beginn des sogenannten Abgasskandals neue Details ans Licht. Menschen wurden absichtlich bei Abgasversuchen dem Reizgas Stickstoffdioxid (NO2) ausgesetzt. Diese Tests soll die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT) durchgeführt haben. Interessant ist, dass diese Organisation 2007 von den Konzernen Daimler, VW, BMW und dem Autozulieferer Bosch gegründet worden war.
Der VW-Aufsichtsrat Bernd Althusmann kritisierte diese Tests und bezeichnete sie als "absurd und unentschuldbar". "Wer mit anderen Autobauern auf solche Ideen kommt, sollte zur Rechenschaft gezogen werden."
 
Diese Untersuchungen sollten offenbar beweisen, dass die Diesel-Schadstoffbelastung wegen moderner Abgasreinigung abgenommen habe. Der VW-Konzern hat sich bereits für diese Untersuchungen entschuldigt und sich von allen Formen der Tierquälerei distanziert, berichtet der Spiegel. Doch was ist mit Menschen?
 
Einigen Medienberichten zufolge förderte die EUGT auch Experimente an Menschen, bei denen sie dem Reizgas ausgesetzt waren. Es ging um die sogenannte "Kurzzeit-Inhalationsstudie mit Stickstoffdioxid bei gesunden Menschen". An einem Institut des Universitätsklinikums Aachen hat man 25 Personen untersucht, nachdem sie jeweils über mehrere Stunden NO2 in unterschiedlichen Konzentrationen eingeatmet hatten.
 
"Wir sind über das Ausmaß der Studien und deren Durchführung erschüttert“, distanzierte sich auch der Daimler-Konzern. "Auch wenn Daimler keinen Einfluss auf den Versuchsaufbau hatte, haben wir eine umfassende Untersuchung eingeleitet, wie es dazu kommen konnte.“

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