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Deutschland baut Zollämter aus - wegen Brexit
25.09.2019

Zum 31. Oktober sollte Großbritannien die EU eigentlich verlassen. Ob und wie es geschehen wird, steht immer noch in den Sternen. Bei einem ungeordneten Brexit, also ohne Abkommen, mutiert einer der größten deutschen Handelspartner zu einem Drittland. Das stellt Zoll vor eine Herausforderung.


Sollte es doch zu einem einem No-Deal-Brexit kommen, vermutet der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) einen Einbruch im internationalen Handel. "Doch wir sollten uns keiner Illusion hingeben, auch auf Deutschland würde sich das auswirken. Durch neue Zölle und zusätzliche Zollkontrollen könnte es zu Verzögerungen im Handel kommen", erklärte Scholz gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 


Die Generalzolldirektion richtete deswegen einen "Brexit-Pool" ein. Auch im Bundeshaushalt sind entsprechende Maßnahmen vorgesehen: zusätzliche 620 Zöllner bekommen die Hauptzollämter für die vom Brexit betroffenen Bereiche. Weitere Zollämter, die vom Brexit am stärksten betroffen seien könnten, werden mit zusätzlichen 90 Zöllner gestärkt. Die internationalen Frachtflughäfen Leipzig, Frankfurt/Main, Köln und München sowie der Seehafen Hamburg werden im Falle des Brexit auch stark betroffen und bekommen eine Unterstützung. "Auf unseren Zoll wäre aber auch unter diesen erschwerten Bedingungen Verlass. Er ist auf alle Szenarien sehr gut vorbereitet", versicherte Scholz.

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