Wirtschaft
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Deutschland bleibt ohne russisches Gas?
27.06.2019

Deutschland wird sich möglicherweise warm anziehen müssen, denn am Ende des Jahres endet der Transitvertrag für russisches Gas durch die Ukraine. Olena Zerkal, die ukrainische Vize-Außenministerin, warnt, dass es „höchstwahrscheinlich“ zu keiner Einigung über den neuen Gastransitvertrag mit Moskau bis zum 31. Dezember 2019 kommt und rät deshalb, Gas für die Notversorgung zu speichern. Dafür bietet die Ukraine ihre riesige Gasspeichermöglichkeit an.

 

Die Ukraine vermutet, dass Russland Gas über Nord Stream 1+2 und Türkish Stream an den Kunden liefern lassen möchte. An einem erneuten Vertrag mit der Ukraine ist Russland nicht mehr interessiert. In diesem Fall kommen der Ukraine wichtige Einnahmen abhanden und das würde für das Land eine weitere internationale Kreditannahme bedeuten. Da Deutschland die Ukraine für ihr Maskottchen seit dem Putsch im 2014 hält, sollte die Bundesrepublik nun einen Vermittler spielen.

 

Bisher klappte es aber nicht wirklich. Der Knackpunkt der Verhandlungen liegt darin, dass die EU die Monopole des russischen Gasproms über Versorgung, Erzeugung und Netzbetrieb brechen möchte. Die EU-Kommission verzögert absichtlich die Fertigstellung des Nord Stream 2 bis Ende 2019 und will Moskau dazu zwingen, Gas weiterhin über die Ukraine zu liefern. Sollte es bei dem Vertrag zu keiner Einigung zwischen Russland und der Ukraine kommen, könnte es in den Wohnungen in Deutschland ziemlich kalt werden. Erfahrungsgemäß wird für die kalten Wohnungen in der EU aber Russland verantwortlich gemacht.

 

 

 

 

 

 

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