Wirtschaft
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Deutschland geht Trumps Forderung nach - auf Kosten der Bauer
06.08.2019

Vor knapp einer Wochen wurde das Rindfleisch-Abkommen geschlossen. In Zukunft wird die USA zollfrei in die Europäische Union rund 35.000 Tonne Rindfleisch jährlich exportieren. Damit werden Argentinien, Uruguay, Brasilien und Australien nicht mehr die größten europäischen Fleischlieferanten sein. Angesichts drohenden Strafzöllen auf Autos und Autoteile aus der EU gab Brüssel dem Druck des US-Präsidenten Donald Trump nach. Er hält das für einen "bedeutenden Erfolg" für amerikanische Landwirte.

 

Es ist gut, dass die EU versucht, eine weitere Eskalation des Handelskrieges zu verhindern", sagte die Grünen-Handelsexpertin Katharina Dröge. Aber damit wurde nur ein bisschen Zeit fürs Ausatmen gewonnen. "Mehr Rindfleisch-Exporte werden nicht Trumps letzte Forderung gewesen sein, und Europa wird Trumps Irrsinn auf Dauer nicht stoppen können", fügte Dröge hinzu.

 

Auch Bauernpräsident Joachim Rukwied zeigte sich besorgt. “Die EU macht zunehmend Zugeständnisse zu Lasten der europäischen Landwirte", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Ein Bauer aus Schleswig-Holstein Thomas Andresen machte in einem Facebook-Video seinem Wut auf der Politik Luft. Er sieht die deutsche Wirtschaft wegen den zunehmenden Exporte des Lebensmittels aus der USA als „abgeschafft“ und richtet eine Frage an die Agrarministerin Julia Klöckner: „Was soll in den nächsten 30 Jahren unsere Aufgabe sein? Weil die Ernährung der Bevölkerung kann es ja nicht sein. Die übernehmen ja die USA, Argentinien und Uruguay demnächst für uns. Sollen wir nur noch Landschaftspfleger werden?“

 

 

 

 

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