Wirtschaft
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Die deutsche Mittelschicht verschwindet
11.09.2019

Als Mittelschicht wird eine Bevölkerungsgruppe bezeichnet, die bei einem sozialen Schichtungs - Modell in der Mitte zwischen einer Oberschicht und einer Unterschicht liegt. Die Ökonomen definieren diese Schicht über das Einkommen: vom mittleren Einkommen, auch „Medianeinkommen“ genannt, wird gesprochen, wenn eine Hälfte der Bevölkerung mehr und die andere weniger verdient. Dabei verdient die Mittelschicht in der Regel 80 bis 150 Prozent des Medianeinkommens. Einer Studie der internationalen Wirtschafts- und Entwicklungsorganisation OECD zufolge sieht die Zukunft des Mittelstandes in Deutschland nicht gerade rosig aus.

 

In letzten zehn Jahren stiegen die Löhne nicht so hoch, wie erwartet. Dabei Sorgen um die Zukunft sind auf dem höchsten Stand. Verständlich, denn dem Mittelstand bleibt keine Geld zum Sparen. Es wurde ein mal zusammengerechnet, was den Menschen am Ende des Monats übrig bleibt. Bei einem Singlehaushalt mit dem mittleren Nettoeinkommen von 1666 Euro bleiben nach Abzug von durchschnittlichen privaten Konsumausgaben in Höhe von 1629 Euro mickrige 37 Euro zum Sparen übrig. Bei einer Familie mit zwei Kindern (Medianeinkommen von 3.498 Euro netto) sind das sagenhafte 15 Euro.

 

Bei solchen Zahlen kann man über eine ausreichende Altersvorsorge, geschweige denn über die Kaufkraft und so wichtigen für die abgerutschte Wirtschaft Konsum, nicht sprechen. Dabei laut der Prognos AG müssen jüngere Menschen rund 3,9 Prozent ihres Bruttoeinkommens zur Seite legen. Jährlich sind das 1170 Euro für Singles und 3900 Euro bei einer vierköpfigen Familie. Eine Steuerreform muss deshalb dringend in die Wege geleitet werden.

 

 

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