Wirtschaft
Collage
Die erste deutsche Metropole verbietet sexistische Werbung
09.10.2018

Eine schlanke Schönheit mit den langen Beinen stützt sich mit dem halbnackten Oberkörper nach vorne gebeugt auf einen Hocker. Sie steht auf Rollschuhen mit hohen Absätzen und wirkt verführerisch. Das sexy Model wirbt für das Modehaus Saint Laurent. In Paris und London kann diese Werbung Probleme für das Luxus-Modehaus mit sich bringen. Denn die „sexistischen Werbebilder“ sind in diesen Städten verboten. In Deutschland konnten die Unternehmen bislang das Thema Erotik uneingeschränkt ausnutzen. Jetzt hat die erste deutsche Metropole die „sexistische Werbung“ verboten.
 
In der Stadt München wird es in Zukunft auf Werbeflächen keine anstößigen Bilder
mehr geben. So hat die Vollversammlung des Stadtrats beschlossen. Werbeplakate, die „die sexuelle Attraktivität der Frau ohne Sachzusammenhang“ hervorheben, sollen abgelehnt werden. Der Inhalt der Werbeflächen soll nicht den Eindruck erwecken, dass Frauen „Waren sind oder als deren Zugabe erworben werden können“, argumentiert der Stadtrat.
 
Bemerkenswert ist, dass der Stadtrat gleichzeitig mit diesem Beschluss einen anderen viel vernünftigeren Antrag abgelehnt hat. Zum Schutz der Jugendlichen wurde vorgeschlagen, Alkohol und Tabakwerbung auf städtischen Werbeflächen zu verbieten. Der Vorschlag hat jedoch keine Unterstützung bekommen.   

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