Wirtschaft
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Diese Klöckners Verordnung empört die Tierschützer
04.04.2019

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat ein großes Herz für Tiere und viel Vertrauen an die Bauern. Deshalb brachte sie eine Verordnung zu Wege, die den Landwirten künftig ermöglicht, ihre Ferkel bei der Kastration eigenhändig zu narkotisieren. Ein Schnellkurs sollte dafür ausreichend sein, den Umgang mit dem neu zugelassenen Narkosemittel Isofluran zu lernen. Bereits 2010 einigten sich europäische Bauern, Handel und Fleischindustrie darauf, dass ab 2010 die Ferkel nur unter Betäubung kastriert werden sollen.
 
Diese Verordnung rief eine rege Diskussion hervor. Die Tierärzte halten die Idee für unverantwortlich, schließlich gehören professionelles Wissen und Können dazu. Der Bundesverband Praktizierenden Tierärzte betonte in einer Stellungname, dass es bei der Vollnarkose manchmal zu Komplikationen kommt, die ohne Fachwissen fatal ausgehen können.
 
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat eher weniger Bedenken. Der Staatssekretär Hermann Onko Aeikens sagte, dass es relativ einfache, standardisierte Abläufe gäbe, für die man kein langes Anästhesie-Studium machen muss. Zudem zog er Vergleiche mit der Humanmedizin und meinte, dass auch da nicht alles vom Arzt gemacht wird. Im Grunde genommen, geht es bei der Diskussion aber um die Kosten, denn die Dienste eines Tierarztes können sehr hohe Ausgaben verursachen, besonders, wenn es um die Millionen Ferkel geht.
 
 

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