Wirtschaft
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Drastische Erhöhung der Portogebühren: Briefe werden zu Luxuswaren
29.05.2019

Die Deutsche Post will so stark wie noch nie das Porto erhöhen. Die Bundesnetzagentur hat die neuen Preise zwar noch nicht zugestimmt, die Post drückt aber laut einem Sprecher die ersten Briefmarken mit den zukünftigen Portowerten bereits. Die Preise werden bald wie folgt aussehen:  Ab dem 1. Juli soll ein Standardbrief nun 80 Cent (bisher 70 Cent) kosten, eine Postkarte 60 Cent statt 45 Cent.  Auch weitere Produkte wie Kompaktbrief, Großbrief und Maxibrief werden rund 10 Cent teure zu Buche schlagen.

 

Die Post erklärte solche drastische Erhöhung mit immer wenigen Briefen, die geschrieben werden. Gleichzeitig steigen für den Konzern die Kosten. Auch die Gewerkschaften handelten höhere Löhne für Postboten aus. „Wenn man möchte, dass wir unsere Leute gut bezahlen, dann muss man uns einen gewissen Preiserhöhungsspielrahmen zugestehen“, erklärte Melanie Kreis aus dem Finanzvorstand. Die neue Preise sollten bis Ende 2021 unverändert bleiben.

 

Und wie sieht es mit der Qualität bei der Deutschen Post aus? Der Verbesserungsbedarf ist nicht zu übersehen, denn noch nie war die Zahl der Beschwerden beim Bonner Konzern so hoch. Weniger Briefkästen und Nachmittagsleerungen führen dazu, dass die Kunden länger auf ihre Briefe warten müssen. 2018 verdoppelten sich die Beschwerden im Vergleich zum Jahr davor. Der Präsident der Netzagentur Johen Homman kritisierte die Deutsche Post nicht nur für ihre schwachen Leistungen, sondern auch für die Werbeanrufe, die eine Zahl von 62.000 aufweisen. Somit sei ein neuer Hochstand erreicht, sagte Homann und verhängte auf den Konzern Bußgelder in Höhe von 1,1 Millionen Euro.

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