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Energiewende komplett gescheitert: Ladestrom wird teurer als Benzin
08.05.2019

Die Elektroautofahrer sind verärgert. Dazu haben sie alle Gründe, denn die Strompreise an den öffentlichen Ladesäulen sind drastisch gestiegen. Die Kilometerkosten liegen sogar manchmal höher, als für die Autos mit Verbrennungsmotor.

 

Es gibt zwei Arten von Ladesäulen für die Elektroautos. Die „langsamen“ AC-Säulen, die auch am meisten im öffentlichen Raum zu finden sind, arbeiten auf Wechselstrom-Basis (AC für alternating current) und laden bis zu 22 kWh in einer Stunde auf. Es dauert aber etwas länger, bis die Batterie voll ist. Wer schnell das Ziel erreichen will, braucht die powervollen DC-Säulen (DC für direct current), die oft an den Autobahnen stehen. Die bieten Ladeleistungen von 50, 150 oder 350 kW. Früher schenkte der kalifornische Batterie-Autohersteller seinen Kunden die Stromkosten auf Lebenszeit des Autos, nun müssen die Autobesitzer des neuen Model 3 bis zu 44 Cent pro kWh zahlen.

 

An den DC-Säulen verkaufte man den Strom oft zu Pauschalen, weil er nicht nach dem deutschen Eichrecht gezählt wurde. Das diente der schnelleren Ausbau der Infrastruktur. Jetzt wird der Spaß langsam vorbei sein. Die meisten Anbieter rechnen schon nach Kilowattstunde, dabei liegen die Kosten einer DC-Kilowattstunde bei rund 89 Cent. „Ladestrom ist für Ladestationsbetreiber genau wie Haushaltsstrom voll steuer- und abgabepflichtig“, erklärt der Leiter Elektromobilität bei der Energie Baden-Württemberg Marc Burgstahler. Dazu kommen auch weitere Kosten wie die Wartung, die Trafostation oder IT-Backend auf die Betreiber der Ladesäulen zu, die gedeckt werden müssen.

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