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Essen zum Mitnehmen: So wird das Finanzamt ausgetrickst
18.02.2020

Die Option “zum Mitnehmen” gehört zu Standard-Dienstleistungen der Fast Food Ketten. Wer es eilig hat, kann das Essen auch unterwegs schnell verzehren. Die Kunden schätzen diese Option. Seien es Studenten oder Geschäftsleute - alle stehen unter Zeitdruck. Die Restaurants gehen einerseits auf die Bedürfnisse ihrer Kunden ein. Andererseits machen sie mit der Option “Zum Mitnehmen” große Profite. Denn bei Mitnahme zahlen Restaurants weniger Steuern.

Nach dem Umsatzsteuergesetz muss ein Restaurant in Deutschland eine Umsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent von jeder Bestellung zahlen. Es gibt aber eine Ausnahme. Wenn der Kunde das Essen nicht im Lokal verspeist, zahlt das Restaurant nur sieben Prozent Umsatzsteuer. Das Profit lässt sich schnell errechnen. Angenommen, bestellt ein Kunde einen Big Mac, der fünf Euro kostet. McDonald's nimmt 4,21 Euro ein, der Rest, nämlich 19 Prozent von der Bestellung, geht an die Finanzbehörde. 

Was passiert, wenn der Kunde die gleiche Bestellung macht, aber mit der Option “Zum Mitnehmen”? In diesem Fall nimmt McDonald’s 4,68 Euro ein, denn die Umsatzsteuer beträgt nicht 19 Prozent, sondern nur sieben. Und da man eigentlich nicht beweisen kann, ob der Kunde die Option “Zum Mitnehmen” in Anspruch genommen hat, kann man davon ausgehen, dass die Restaurants sehr häufig diese Option in ihren Belegen schreiben, um die Umsatzsteuer zu verringern.

 

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