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Hartz IV im Europavergleich: So „reich“ sind Arbeitslose wirklich?
26.03.2018

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer meint, dass die Abschaffung von Hartz IV möglich wäre. „Ich finde, dass diese Debatte lohnt“, sagte sie gegenüber dem Tagesspiegel. Auch der Bürgermeister von Berlin, Michael Müller plädierte für die Abschaffung von Hartz IV und die Einführung eines solidarischen Grundeinkommens.
 
 „Wir sollten diesen Gedanken des Regierenden Bürgermeisters aufnehmen, ernst nehmen und ihn weiterdenken. Am Ende eines solchen Prozesses könnte das Ende von Hartz IV stehen“, wird Dreyer zitiert. „Sowohl bei dem Konzept von Michael Müller als auch im Koalitionsvertrag ist verankert, dass wir die Grundsicherung mit dem Thema Arbeit verbinden. Statt Hartz IV und Wohnung wird ein regulärer, sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz finanziert“. Dadurch könnten Langzeitarbeitslose am normalen Arbeits- und Gesellschaftsleben teilnehmen.
 
Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Wie Focus berichtet, liege Deutschland mit seinen Hartz-IV-Hilfen im europäischen Vergleich gut da. Bei ALG II wird darauf geachtet, welche Ersparnisse bedürftige Personen haben.  In Schweden gibt es eine Grundversorgung, die man mit Hartz IV vergleichen kann. Alleinstehende bekommen diesem Medienbericht zufolge 640 Euro Grundversorgung. Das ist mehr als 416 Euro, die man in Deutschland bekommt.
 
Die Franzosen bekommen den Leistungssatz der Arbeitslosenversicherung bei Familien mit Kindern 70 Prozent, das können sie bis zu drei Jahre bekommen. Eine Art Hartz IV kommt später heißt RSA („Revenu de solidarité acitve“). Alleinstehende Franzosen bekommen etwa 525 Euro pro Monat (in Deutschland 416 Euro). Die Familien in Frankreich bekommen aber weniger - im Schnitt 950 Euro monatlich. In Deutschland sind es rund 1250 Euro.
 
Die Briten müssen mit dem Regelsatz von 331 Euro auskommen. Polen zahlt maximal 236 Euro Arbeitslosengeld im Monat. 

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