Wirtschaft
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Fashion-Haus Dior fleht China um Verzeihung
21.10.2019

Und wieder ein weltberühmter Konzern muss sich bei der chinesischen Regierung entschuldigen. Vor zwei Wochen war es Apple, der nach Chinas Forderung gehorsam einen Hongkonger Protest-App aus seinem Store gelöscht hatte. Diesmal geht es um das Fashion-Haus Dior. Bei einer Präsentation des Unternehmens in China wurde eine geografische Karte verwendet, auf der Taiwan nicht als chinesische Provinz abgebildet wurde. „Das Unternehmen entschuldigt sich zutiefst“, erklärte demütig das französische Luxusmodehaus Dior und schob der vortragenden Mitarbeiterin die ganze Schuld in die Schuhe.
 
„Es handelt sich um eine persönliche und unangebrachte Aktion einer einzelnen Angestellten, die nicht die Position des Unternehmens darstellt“, steht es in einer Erklärung des Konzerns. Das Unternehmen schütze Chinas Souveränität und sei „ein Freund von China“. Eigentlich hat die Dior-Mitarbeiterin keinen Fehler gemacht, denn 1949 hatte sich Taiwan von China abgespalten. China erkennt die Unabhängigkeit der abtrünnigen Insel nicht an und hofft darauf, Taiwan wieder unter seine Kontrolle zu stellen. Mit Hongkong hat es mehr oder weniger geklappt.
 
China ist einer der wichtigsten Umsatzmärkte aller Großkonzerne, sodass fast keiner sich traut, sich mit China anzulegen. Die chinesische Regierung nutzt diese Abhängigkeit voll aus und zwingt der ganzen Welt ihre Spielregeln auf. Vor diesem Hintergrund kann man fast sicher sein, dass die Dior- Angestellte bald arbeitslos wird. Der Konzern hat bereits angekündigt, den Fall mit „größter Strenge“ zu untersuchen.
 
 

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