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Flexibler im Job: Grüne fordern neues Arbeitsmodell
12.06.2018

Die Grünen haben einen Gesetzentwurf zur Änderung des bestehenden Arbeitszeitmodells beschlossen. Der Vorstoß sieht vor, Home Office als gesetzlich verankerte Alternative zur Büroarbeit anzubieten. „Home Office als tageweise Ergänzung zum Büroarbeitsplatz kann den Beschäftigten helfen, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren“, argumentiert die Bundestagsfraktion der Grünen in ihrem Antrag.
 
Ob die Heimarbeit eine bessere Alternative zur gewöhnlichen Büroarbeit ist, bleibt fraglich. Vor kurzem hat die Arbeitsorganisation ILO eine wissenschaftliche Studie zu dieser Frage gemacht und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Heimarbeit macht krank! Die Studie zerpflückt die Mär vom stressfreien Arbeiten von zu Hause und beweist gerade das Gegenteil. Arbeitnehmer, die viel von zu Hause arbeiten, leiden häufiger an Schlafstörungen und Stress, als ihre Büro-Kollegen.
 
Die Analyse bezieht sich auf Arbeitsbedingungen in 15 Länder. Trotz sozialer Unterschiede ist das Ergebnis identisch in allen untersuchten Ländern. 42 Prozent der Home-Office-Mitarbeiter haben Schlaflosigkeit. Demgegenüber plagen sich nur 29 Prozent der Büro-Arbeitnehmer mit Schlafstörung. Unter Stress leiden 41 Prozent der Heimarbeiter, wobei der Stresswert bei Büroarbeitern um 16 Prozent niedriger ist.
 
Basierend auf dem Ergebnis der Studie, kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die beste Arbeit ein Mix aus Büro-Tätigkeit, Home-Office und Außendienst darstelle. Der Antrag der Grünen geht in diese Richtung, indem er für  flexiblere Arbeitsverträge plädiert, mit denen man am besten die unterschiedlichen Lebenssituationen von Beschäftigten berücksichtigen kann.

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