Wirtschaft
Andrey_Popov/Shutterstock.com
Heizkostenexplosion: Frieren statt heizen
02.12.2019

Das Klimapaket wurde letzte Woche zumindest teilweise beschlossen und somit ist es amtlich: Heizen wird teurer, denn der CO2-Preis treibt die fossilen Kraft- und Heizstoffe in die Höhe. Pro Tonne CO2 werden ab 2021 zehn Euro mehr fällig und es ist zu bezweifeln, dass die Energieunternehmen diese Auflage nicht auf die Verbraucher abwälzen. Nichtsdestotrotz gibt es die Möglichkeiten, Heizkosten zu verringern.

 

Laut der Statistik heizt die Hälfte der deutschen Haushalte mit Erdgas (48 Prozent). Rund 26 Prozent nutzen dafür Heizöl, weitere 14 Prozent erwärmen sich mit der Fernwärme und nur rund zwei Prozent der Haushalte greifen auf die klimaneutralen Alternativen wie die natürliche Wärme aus dem Boden, die Luft oder das Grundwasser zurück. „Für die meisten Energieträger werden die Heizkosten steigen“, erklärte Sophie Fabricius von der Gesellschaft co2online, die gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund den Heizspiegel für die Bundesrepublik jährlich ermittelt. Rund 735 Euro wird eine Familie zahlen müssen, die mit Erdgas heizt, und das ergibt 35 Euro Mehrkosten pro Jahr. Als Rechnungsbeispiel nahm co2online eine 70 Quadratmeter Wohnung. „Bei Öl bleiben die Preise voraussichtlich gleich“, hofft Fabricius. Für Fernwärme sieht die Prognose schlechter aus: Im laufenden Jahr wird mit einem deutlichen Anstieg der Kosten von rund 50 Euro gerechnet.

 

Was kann man tun, um die Heizkosten trotz allem zu reduzieren? Da kommt die Verbraucherzentrale mit Rat und Tat zur Hilfe. „Wer auf ein Grad Wärme in der Wohnung verzichtet, spart schon sechs Prozent der Heizkosten“, so Florian Munder von der Verbraucherzentrale Berlin. Dabei soll man auf das, was auf dem Thermostatventil steht, akribisch achten: Laut Munder steige je Stufe die Temperatur um drei bis vier Grad an. Sollten die Räume unterschiedlich stark geheizt werden, müssen die Türe geschlossen bleiben.“Es gilt, den Austausch zwischen den verschieden erhitzten Luftmassen zu verhindern“, erklärte Munder. Die Verbraucherzentrale bietet sowohl den Eigentümern als auch den Mietern, eine Überprüfung der Gasetagenheizung an, die lediglich nur 30 Euro kostet. Für die Überprüfung der Heizkostenabrechnungen nimmt die Verbraucherzentrale gar kein Geld: „Bei den Abrechnungen werden öfter Fehler gemacht, als man denkt“, so Munder.

Tweet